An einem sauberen Ort…

„An einem sauberen Ort, auf einem für ihn bereiteten festen Sitz, der weder zu hoch, noch zu niedrig ist und aus Schichten von übereinander gelegtem Tuch, einer Tierhaut und Kusha-Gras besteht …“, so steht es in der Bhagavad Gita 6. Kapitel 11. Vers geschrieben, „… übe er Yoga zur Reinigung des Selbst“.

Die Bhagavad Gita, das uralte Weisheitswerk Indiens, empfiehlt jedem Yoga-Übenden, sich an einem sauberen Ort einen bequemen Sitz zu verschaffen, der, wie wir es aus dem Yogasutra kennen, Sthira und Sukha sein soll, also stabil und bequem zu gleicher Zeit. Zu damaliger Zeit richtete sich diese Empfehlung auf die Ausübung der Meditation, wobei diese Empfehlungen heute genauso auf das Üben der Asanas zu übertragen sind.

Warum ist es eigentlich so wichtig, in einem sauberen, aufgeräumten Umfeld zu praktizieren? Ist es nicht auch in Ordnung, wenn ich mir in meinem vielleicht etwas unaufgeräumten Wohnzimmer etwas Platz für meine Matte freischaufel, und denke, für die eine Yoga-Praxis wird’s schon gehen?

Weil das Umfeld eine große Rolle spielt beim Yogieren. Stell Dir vor, Du begibst Dich auf Deine Matte, um zu meditieren oder Deine Yoga-Praxis zu beginnen. Vorher streift Dein Blick vielleicht noch eine zu bezahlende Rechnung, streift die Staubflocken auf dem Boden, das blinkende Handy, herumliegende Socken,….kurz, auf ToDos, die überall lauern. Das alleine hat schon Potential, Deine Unruhe eher zu steigern als zu verringern. Vielleicht nutzt Du auch ein Büro mit vollen Bücher- oder Aktenschränken, ein viele Gegenstände umfassendes Wohnzimmer, dann kann es schon das unruhige Gesamtbild sein, dass Dich daran hindert, Deinen Geist zur Ruhe zu bringen.

Ein aufgeräumtes Umfeld mit so wenig Ablenkungen wie möglich erleichtert Dir das Zur- Ruhe-kommen. Aufgeräumte Flächen bieten Deinem Geist weniger „Material“ an, das die Äffchen animiert, in Deinem Kopf Achterbahn zu fahren.

Doch die wenigsten von uns haben einen freien Raum nur für ihre eigene Yoga-Praxis zur Verfügung, welch schöner Luxus das wäre. Deshalb versucht Euch vielleicht zuhause im Rahmen Eurer Möglichkeiten einen Platz der Ordnung, der freien Flächen zu schaffen, wo der Geist weniger anhaften-, somit leichter zur Ruhe kommen kann. Vielleicht erwägt Ihr auch mal, die Augen während Eurer Yoga-Praxis zu schließen (wenn keine Balance gefragt ist). Was in der Meditation selbstverständlich ist, fällt vielen Yoginis in der dynamischen Asana-Praxis schwer. Doch es lohnt sich, sich mal ganz auf sich selbst einzulassen. Das in sich Hineinspüren ist um ein Vielfaches intensiver und es eröffnet Euch ganz neue Erkenntnisse über Eure eigene Yoga-Praxis …und vielleicht  sogar noch etwas darüber hinaus.


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